Archive für Januar 2008

Der Januar wär geschafft!

Tja, wie schon in der Überschrift steht, ist der Januar bereits rum. Im Moment vergeht die Zeit so unglaublich schnell!

Heute waren wir wieder bei der Kindermusikclass. Ich steig da immer noch nicht ganz durch. Die Einzigen, die wirklich Spaß daran haben sind die Mamas und die Leiterin Christa. Hmmm, also mir und Addison hat es heute jedenfalls mal wieder nicht gefallen, aber wir werden sehen, ich halte euch auf dem Laufenden.

Teresa und Mike geben sich immer noch große Mühe, mich unter Leute zu bringen, am Liebsten unter deutsch sprechende. Das ist so lustig, ich bin extra nach Amerika gekommen und sie wollen mir alle Deutschen vorstellen, die sie auftreiben können. Naja, jedenfalls haben sie rausgefunden, dass sich wöchentlich deutsche Studenten (oder Deutsch-Studenten?!) in einer Bar treffen. Teresa hat gleich der Bar geschrieben und nach Tag und Uhrzeit gefragt, Mike hat versucht einer der Personen zu schreiben. Also bis jetzt wissen wir, dass es immer Dienstags um 19:30 Uhr ist. Teresa würde mit mir hingehen, sie sagt aber, dass es nicht spannend sei mit einer Frau, die fast im 7. Monat schwanger ist, dort hinzugehen. Also soll ich Katie fragen, aber mir ist es eigentlich egal, ich kann da auch allein hingehen … na mal sehen.

Abends gab es real American Barbecue. Wir stellen uns darunter immer “Grillen” vor, aber ich wurde aufgeklärt, dass Barbecue nicht das Gleiche wie Grillen ist. Grillen ist mit nem Berg Fleisch, der auf den Grill geschmissen wird, dazu Salat und der ganze Kram, wie bei uns (nur anders ;-) )  und beim Barbecue wird das Fleisch in einer ganz bestimmten Soße gegrillt. Also es wird auf Alufolie auf den Grill gelegt und beim Garen immer wieder mit der Soße bestrichen. Mike stand mit dicker Jacke und gelber Wollmütze auf der Terrasse und grillte das Fleisch, es war ein Bild für die Götter!!!

Teresa und ich saßen drinnen im Warmen und  schmunzelten ein wenig über ihn.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Sonntag Super Bowl ist??? Mike sagte beim Dinner zu mir, es sei der heiligste aller amerikanischen Feiertage. Miss K. hat sie eingeladen, sie macht eine Super Bowl Party und Teresa hat mich gefragt, ob ich dann zu Hause bleiben kann, obwohl Wochenende ist. Na klar kann ich das. Mike glaub wieder einmal sie muten mir zu viel zu, es ist einfach unglaublich, ich werde behandelt wie ein rohes Ei. Wenn ich mit meiner lieben Mama zu Hause spreche bekomme ich genau die konträre Behandlung “Hast du deine Wäsche gewaschen? Machst du auch mal was im Haushalt? Kannst du nicht helfen? Koch du doch mal was!” (Sorry Mama, hab dich trotzdem lieb ;-) )  Aber keine Angst, ich tue auf jeden Fall schon mehr als sie von mir verlangen! Zurück zum Super Bowl. Er scheint in der Tat ein großer heiliger Tag in den USA zu sein. Ich gucke wenn ich Feierabend habe ja immer meinen Kochsender, denn da weiß ich mittlerweile was läuft, die anderen 139 Programme habe ich noch nicht so ganz abgecheckt. Jedenfalls werden da seit Montag schon fast nur noch Gerichte gekocht, die Super Bowl tauglich sind. Also alles, was schnell geht, vorher zubereitet werden kann und wobei man auf der Couch sitzen und Football gucken kann. Zudem machen viele Läden und Restaurants auch extra Super Bowl Werbung und bei Wal Mart gibt es Super Bowl Torten zu kaufen. Ich glaub die hol ich mir ;-) Mike und Teresa haben gesagt ich soll etwas typisch amerikanisches an dem Tag machen, Pizza bestellen und vor dem Fernseher sitzen war ihr Vorschlag. Na mal sehen …

Nach dem Dinner haben wir noch die Folge American Idol von gestern gesehen. Ich liebe TIVO!!! Während wir das sahen, hat er schon wieder irgendwelchen anderen Kram aufgenommen. Ich glaube gestern lief die letzte, finale Folge “Lost” und heute eine Zusammenfassung aller Staffeln. Diese Zusammenfassung habe ich mir auch noch angesehen und nun sitze ich hier wieder in meinem Zimmer. In meinem Snoopy-Hausanzug und bin bereit mit dem Kopf auf die Tastatur zu fallen, aber bevor ich das tue, werde ich schnell rüber in mein Bett hüpfen und ihr hört morgen wieder von mir!

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“Unglücklicher Weise musst du mein Auto nehmen!”

Oje, ich sollte längst schlafen, aber ich bin grad erst nach Hause gekommen.

Heute war ich mit Teresa, Addison und Lily in Downtown Athens, in der Uni, wo Lily ihre Sprachtherapie hat. Teresa dachte ich wolle vielleicht mal raus mit Addison und ich hielt das zunächst für eine super Idee, bis ich merkte wie kalt es draußen war. In der Uni war alles voll Stundenten, okay nicht ungewöhnlich für eine Universität. Aber dort sind überall Cafés drin gewesen und Couchecken, wo man sich in den Pausen erstmal schön hinfletzen kann :-) Ich kam mir ein bissel komisch vor mit einem Baby oder Kleinkind da rumzulaufen, aber was solls, Addison fands cool.

Als Addison heute aus dem Mittagschlaf aufwachte war ich noch mit Sascha am Skypen. Ich hörte sie schreien und ging hoch. Teresa hatte sie auf dem Arm und versuchte sie zu beruhigen und ich überlegte ob ich nicht besser wieder runter gehe, so laut und schrill war das. Als ich oben ankam sagte ich “Hey Addison!” und alle Tränen waren vergessen. “Jechi!” rief sie, streckte die Arme in meine Richtung und ich nahm sie auf den Arm. Wir setzten uns in den Sessel und die Welt war schön.

Abends hab ich ferngesehen solange Teresa und Mike noch mit den Kleinen im Wohnzimmer spielten. Als alles ruhig war bin ich hochgegangen, habe aufgeräumt und abgewaschen und bin wieder runter vor meinen Fernseher gegangen. Als ich dann wieder Stimmen von oben hörte, dachte ich mir, dass es wohl bald Dinner gibt und bin nach ein paar Minuten die Treppe rauf. Teresa und Mike standen in der Küche und plötzlich starrten mich beide mit einem schelmischen Grinsen an. “Wasn jetzt los? ” dachte ich und im nächsten Moment sagte sie “Wir haben uns grad gefragt ob du heute für uns einkaufen gehen würdest.” Hmmm, naja … klar würde ich … wenn draußen einer mal wieder das Licht anschalten könnte?! Aber okay, wieder eine der berühmten Aufgaben, mach ich doch glatt! Ist halt nur nicht sicher ob ich wieder komme, sagte ich ihnen. Teresa schrieb den Einkaufszettel noch einmal neu und schrieb die genauen Bezeichnungen und den Ort wo ich es finden kann dahinter. Das sollte doch machbar sein. Mike ging wiedermal zum Work-Out und wir aßen allein zum Dinner. Als wir fertig waren sagte sie noch ganz nebenbei zu mir: “Unglücklicher Weise musst du mein Auto nehmen!”. ich dachte sie macht Witze, aber Mike hat doch tatsächlich sein Auto genommen und überlässt mir das Raumschiff - danke! Na gut, es wird auf jeden Fall nicht so doll weh tun dachte ich mir, denn je größer das Auto, desto größer auch die Chance einen Zweikampf auf der Straße zu gewinnen ;-)

Also machte ich mich mit meiner Einkaufsliste auf den Weg. Es war okay das Auto zu fahren. Draußen war es eh so dunkel, dass ich hinter mir nichts sehen konnte, also war es auch egal wie lang das Auto hinter mir noch ist. Ganz schnell stellte ich fest, dass man bei dem Wagen wohl etwas doller auf die Bremse latschen muss, denn am ersten Stop-Schild wär ich fast vorbeigeschlittert. Ich weiß, das klingt immer alles sehr gefährlich, was ich hier mache, aber hey, ich bin in Athens, oben uffm Berg, da ist nicht soooo viel los.

Nach weniger als 15 Minuten erreichte ich Wal Mart. Ich stellte den Wagen ab und ging rein. Die Einkaufsliste war nicht so geschrieben, dass ich einfach nur von oben nach unten hätte alles abklappern müssen, also musste ich gut überlegen. Zunächst das Gemüse und das Brot. Dann der Senf, dann Servietten usw. An ein paar Stellen haperte es, manches war alle, anderes nicht ausgeschildert. An anderer Stelle musste ich einfach stehen bleiben und staunen. Diese großen rechteckigen Torten, für die man bei uns 70€ bezahlt, die gibts hier in Massen im Kühlregal, eine schöner als die Andere.

Ganz zum Schluss ging ich noch zu den Medikamenten und Kosmetikartikeln. Ich stand vor einem Regal mit Zahnweißern als plötzlich ein Mann um die Ecke geschossen kam und sagte “Oh, Plus White ist super, das hilft wirklich klasse. Man möchte es kaum glauben, weil es das Billigste ist, aber es funktioniert wirklich. Ich benutze es ständig. Ich machs rauf und sehe fern, nach ein paar Minuten putze ich mir die Zähne und das Ergebnis ist der Wahnsinn! Manchmal nehme ich auch einen Q-Tip und schmier es mir einfach so auf die Zähne. Ich hab auch schon die Stripes versucht, aber die sind nicht gut.” - Ich fragte mich ob der den ganzen Tag hinter dem Regal lauert und dafür bezahlt wird dieses Produkt anzupreisen. Zwischen den Sätzen grinste er immer wieder und es war wirklich unglaublich wie weiß seine Zähne waren. Ich musste etwas lachen, denn es sah schon wieder ein wenig komisch aus. Mit dem will ich nicht in die Disco, wenn der im Schwarzlicht lacht, wirste blind!

Okay, nachdem ich alles in der Kosmetikabteilung ein wenig abgecheckt habe ging ich zur Kasse. Okay, ich geb zu, ich hab das Zahnweißerzeug gekauft. Die restlichen Besorgungen heb ich mir aber für meinen großen Shopping Samstag auf. Ich zahlte mit einer Kreditkarte, die Teresa mir gegeben hat, sie sagte “unterschreib einfach”, das kümmert hier wohl niemanden. Dann schnappte ich mir meine 6 Tüten, denn hier muss man seine Sachen nicht alleine einpacken. Es gibt da so ein Karussell, an dem die Tüten hängen und der Kassierer packt deinen Kram rein und dreht das Karussell weiter, sodass du deine Tüte abnehmen und den Wagen packen kannst und er eine neue Tüte zum Befüllen hat. Das find ich schon schick! So, dann ab zum Auto. Als ich den Kofferraum voll hatte, wollte ich ein Foto schießen um euch zu zeigen wie das aussieht wenn man hier einkaufen war. Ich nahm also meine Kamera aus der Tasche und wollte fröhlich losknipsen, aber was hatte ich vergessen ? Die Speicherkarte aus dem Laptop mitzunehmen, denn ich habe heute Mittag neue Bilder eingestellt, sie sind aber in einem alten Album, guckt mal in das Album “Addison, Lily & Jessi” - viel Spaß :-)

Als ich nach Hause kam, war Mike schon wieder zurück. Er hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie mich geschickt haben, aber alle haben sich mit mir gefreut, dass ich es geschafft habe. Ich machte ihm schnell klar, dass das in Ordnung war und ich, sowie das Auto ja überlebt haben. Ich weiß gar nicht wie oft sie sich bedankt haben. Danach haben wir noch kurz gequatscht und nun bin ich unten und werde auch langsam gen Bett wandern …

Happy Birthday Opa!!!

Zunächst möchte ich noch einmal ganz öffentlich meinem Opa zum Geburtstag gratulieren!!! Ich hoffe ihr habt am Samstag eine schöne Feier und ihr trinkt einen für mich mit!

Mein Tagesplan ist mir mittlerweile vollkommen bewusst. Fast als täte ich das alles schon seit Wochen komme ich morgens hoch, übernehme das Frühstück, später gibts Joghurt, ganz viel spielen und schon wieder Lunch.

Heute musste Teresa zu einer Routineuntersuchung und Mike hat sie begleitet. Ich blieb mit Addison allein zu Hause, denn Lily streikte mal wieder als Daddy das Haus verlassen wollte. Bei Addison ist es nun schon so weit, dass sie abends streikt, wenn ich runter gehen möchte. Also haben wir es uns erstmal vor dem Laptop gemütlich gemacht und ich hab mit Sascha geskypet. Addisons neues Lieblingswort ist mein Name, es klingt noch nicht ganz wie Jessi, aber schon so ähnlich. Wenn ich das was sie sagt aufschreiben müsste, sähe es ungefähr so aus: “Jechi” … es ist auf jeden Fall sehr süß. Auf meinem Laptop hat sie sofort mein Foto erkannt und wenn man über Skype telefoniert sieht man im großen Fenster seinen Gesprächspartner und in einem kleineren sich selbst. Auch darin hat sie mich wiedererkannt. Dann versuchte ich ihr Sascha zu zeigen, er winkte und versuchte sie anzusprechen. Addison fand ganz schnell raus was das da für einer ist und sagte ganz aufgeregt “Bear”. Wo sie Recht hat, hat sie Recht ;-)

Zum Mittagsschlaf gehe ich meist mit Addison ins Zimmer und jemand anderes nimmt Lily. Wir haben uns nun auch schon unsere eigene Nap-Time-Routine ausgeklüngelt. Es wird nicht wie sonst immer das “Going to bed book” gelesen, sondern Addison hat sich jetzt das “Elmo loves you” Buch ausgesucht. Elmo ist das rote Vieh aus der Sesamstraße, ich weiß gar nicht ob wir ihn anders nennen.

Gegen Mittag kam die Putzfrau. Ich hörte Stimmen, also ging ich hoch um zu gucken ob vielleicht schon wieder jemand wach ist. Teresa stellte mich ihr vor und ich verschwand wieder in mein Zimmer. Schon gegen 13:45 dachte ich wieder Kindergeschrei gehört zu haben, ging wieder hoch, aber Teresa war in der Küche und wenn ich es von unten hörte, müsste sie es ja auch von oben hören. Aber meine Sinne spielten nicht verrückt, Addison war wach und schrie aus vollem Halse, durch die Putzfrau, die Krach machte und die Spülmaschine konnte Teresa sie nicht hören. Also ging ich hoch, denn Mike war inzwischen wieder arbeiten. Wie ich jetzt rausgefunden habe bedeutet Student sein hier, dass man sehr viel Freizeit hat. Katie, mit der ich neulich weg war, hat jeden Tag 90 Minuten Unterricht manchmal auch nur 30. Und das meistens abends. Und so hat auch Mike einen sehr unterschiedlichen Dienstplan. Ich kam also hoch und Addison stand in ihrem Bettchen und weinte. Ich nahm sie auf den Arm, aber jetzt schon runter gehen und spielen hätte geheißen, dass ich sie noch ca. 3 Stunden hätte entertainen müssen. Also nahm ich sie, setzte mich mit ihr in den Sessel und sie legte ihren Kopf auf meine Brust und ruhte so mindestens noch für eine halbe Stunde und ich könnte auch noch ein wenig relaxen.

Teresa kam zwischendurch rein und war völlig nervös, weil sie dachte ich hätte eine viel zu kurze Pause heute gehabt. Sie fragte Addison ob sie nicht ein bissel zu Mami möchte, damit Jessi noch länger Pause machen kann, aber sie wollte nicht und für mich war es okay. Teresa konnte so weiter arbeiten, denn sie hatte ziemlich viel in den letzten Tagen zu tun, da sie die Homepage zu einem anderen Server umziehen musste.

Später kam auch Mike wieder von Arbeit. Wir saßen noch einen Moment zusammen und quatschten, dann gab Teresa mir wieder ein Zeichen, dass ich gehen kann wenn ich will, denn ich hatte ja nur knapp zwei Stunden Pause heute.

Zu meinen weiteren Highlights heute gehörten mit Sicherheit auch meine zwei Telefonate in die Heimat. Oma hat sich riesig gefreut von mir zu hören und Opa passte seine Begrüßung gleich an, als Oma mich weiterreichte. Ich glaube es war sowas wie “Hello, Germany speaking”. Danach rief ich noch meine Frau Sperlich an. Diesmal war ich der Sprücheklopfer, denn ich meldete mich mit: “Amerikanischer Außendienst, Zimmerling am Apparat, wie geht es Ihnen?”, als Antwort bekam ich ein schrilles Grölen, da hat sich wohl jemand gefreut und als kleines Bonbon hat Maximilian seinen Brei auch gleich ganz brav gegessen. Ach man, das hat schon gut getan mal wieder ein paar Vertraute Stimmen zu hören.

Abends haben wir wieder Dinner gegessen. Es gab Sandwiches, die Mike nach der Arbeit mitgebracht hat. Ich war erst etwas enttäuscht, weil ich großen Hunger hatte und dachte hmmm, Sandwich ist ja was Kaltes. Aber es war sehr lecker, mit Roastbeef und einer warmen, dunklen Soße zum Dippen. Ich glaube das war das würzigste, was ich bisher hier gegessen habe, nicht scharf, aber würzig, so mit Salz, Knoblauch und einem Hauch Pfeffer. *lach* Ja, ich glaub solche Gewürze sind hier nicht soooo populär, Knoblauch vermisse ich auf jeden Fall sehr. Aber für Samstag habe ich ja einen großen Shoppingtripp allein geplant, da werd ich all sowas kaufen und mir überhaupt erst einmal jedes Regal, jede kleinste Ecke von Wal Mart und Co. ansehen.

So, entschuldigt, dass ich heute so wirr durcheinander geschrieben habe, aber genau so kam es mir in den Sinn :-)

Ach, da kommt mir grad noch etwas in den Sinn. Ich plane ja meine Reise mit Kacki nach New York und Florida (Spenden sind herzlich willkommen:-)) und habe heute das erste Mal im Internet nach Möglichkeiten gesucht, da ist mein Organisationstalent wieder einmal gefragt, aber ich habe schon ein paar Interessante Sachen gefunden.

So genug mit dem Wirrwarr, Have a nice day and don’t work so much til you walk on the toothmeat (habt einen schönen Tag und arbeitet nicht so viel bis ihr auf dem Zahnfleisch lauft) ;-) ;-) ;-)

Ein ganz ruhiger Tag

Guten Abend!

Ich möchte es nicht beschwören, aber ich könnte wetten das wird der kürzeste Eintrag seit ich hier bin. Also lasst uns beginnen, damit ich schnell in mein Bett komme ;-)

Heute morgen fragte mich Teresa ob ich gestern sehr früh im Bett gewesen sei. Ich wusste nicht genau wann, aber spät war es jedenfalls nicht. Der Grund warum sie fragte war, dass Mike gegen 21:45 runterkam um mir das letzte Stück des Dark Chocolate Kuchens zu bringen, er klopfte, horchte, aber ich antwortete nicht. Ich hatte mich sehr früh hingelegt und mir meine Musik in die Ohren gestöpselt, sodass ich das nicht mehr gehört habe. Aber die Tatsache, dass er mir das letzte Stück von seinem geliebten Kuchen bringen wolle, ist doch schon wieder total putzig!!! Er hat es dann auch wieder zurück gelegt und für mich aufgehoben. Ich an seiner Stelle hätte mir gesagt “okay, ich habs ja versucht” und hätte ihn schnell allein aufgegessen :-)

Okay, weiter gehts. Heute Vormittag war alles wieder komplett normal. Langsam kommt Alltag in die Sache. Nachmittags haben wir eine Nachbarin besucht, ihr Name ist Miss K.(oder so). Teresa wollte mich ihr vorstellen, weil sie zum Einen jeden hier kennt und zum Anderen immer weiß wo etwas los ist. Sie wird es auch in die Wege leiten, dass ich Brigitte, eine Deutsche, die seit ein paar Jahren hier lebt, kennen lerne. Miss K. ist eine etwas ältere Dame, aber wirklich sehr nett. Zudem ein großer Basketball Fan, darum werden wir auch am 9.Februar voraussichtlich mit ihr zu einem Spiel gehen.

Als wir zurückkamen, gab es für die Kleinen schon wieder Dinner und meine Arbeit war getan. Mike ging abends wieder ins Fitnessstudio, ich blieb mit Teresa daheim und wir haben ein Brotrezept aus einer Zeitung probiert. Es hat wirklich Spaß gemacht mit ihr zu backen und ich bin gespannt wie das Brot morgen schmeckt. Der Teig klingt nicht wirklich vielversprechend, aber als kleines Kind habe ich auch im Sandkasten Brot gebacken, Hauptsache es macht Spaß. Die Zutaten zusammengefasst waren Butter, Frischkäse, Zucker, Mehl, Banane, Pecannüsse, Vanillextrakt und Buttermilch. Halt wieder einmal süßes Brot. Sie fragte mich ob unser Brot in Germany auch so aussieht und ich erzählte ihr, dass unseres meist nicht süß ist. Nachdem wir den Teig fertig hatten und das Brot ab in den Ofen konnte, haben wir unser Dinner gegessen und wieder einmal über Gott und die Welt gequatscht. Wir sind derzeit dabei herauszufinden welche Sprichworte wir gemeinsam haben, wenn auch nur in abgewandelter Form. Wir sagen wenn wir großen Hunger haben: “Ich könnte ein ganzes Schwein (fr)essen” und hier sagt man “Ich könnte ein ganzes Pferd essen” - naja, die Amis neigen halt zu Übertreibungen ;-)

So, das ist auch schon alles, was ich heute zu erzählen habe. Es kommen bestimmt auch wieder andere Tage, also bitte nicht enttäuscht sein.

Vier Stunden Fahrt für eine Stunde Rumsitzen

Für alle, die lieber Fotos gucken als lesen: Es sind neue Bilder online. Ganz gemischt. Ein paar von letzter Woche, als es so sehr schneite. Zwei von mir und Katie als wir Freitagabend in den Bars unterwegs waren und der Rest von meinem heutigen Tripp nach Columbus und zurück.

Ich stellte mir schon vor, wie meine Gastfamilie nach einem neuen Au Pair suchen muss, denn heute war mein erstes Meeting mit meiner Councelorin Hilary und ich musste 98,6 Meilen fahren. Das sind ungefähr 160km. Ich hasse es, Strecken zu fahren, die ich noch nicht kenne, aber hier ist es egal welche Strecke ich fahre, denn ich kenne sie alle noch nicht. Zudem die ganzen Schilder, dann stehen die Ampeln hinter der Kreuzung, ein neues Auto und all das ohne Navi … na herzlichen Glückwunsch. Eigentlich hatte Mike angeboten mich zu fahren, aber sollte er nun 2 Stunden hin, wieder zurück und wieder hin und wieder zurück fahren? Außerdem wächst man ja bekanntlich an seinen Aufgaben. Ich bin hier um zu wachsen, also nahm ich die Aufgabe an.

Teresa hat mir gestern schon die Strecke ausgedruckt. Aber leider nur von “Athens” zum Zielort. Aber Athens ist nun auch wieder nicht so klein und ich hätte mich doch sicherer gefühlt, wenn ich die Route von Haustür zu Haustür und auch wieder zurück gehabt hätte. Ich hasse es jemandem Umstände zu machen, also sagte ich nichts und wollte das ganze morgens bevor ich los musste schnell alleine in die Hand nehmen. Ich wusste, dass sie um 10:30 in die Kirche wollten, also hätte ich da noch genug Zeit. Das große Problem war nur, dass heute Morgen komplett das Kabel ausgefallen war und hier läuft jeglicher Kontakt zur Außenwelt übers Kabel - Fernsehen, Telefon, Internet. Okay, das machte mich nervös. Aber was sollte ich tun, ich entschied mich loszufahren - oder doch schnell nochmal gucken ob’s wieder geht? Dem Himmel sei Dank, es ging plötzlich wieder. Also schnellte ich an Teresas Computer, suchte mir die Routen ganz Idiotensicher heraus, druckte sie aus und fuhr los.

Es lief so weit alles prima. Nur mein rechter Fuß schlief ständig ein. Ein Automatikwagen und dazu noch stures geradeaus fahren machten ihm zu schaffen. Wenn ich ihn zwischendurch fühlte, dachte ich, mir qualmen die Socken weg, so heiß war er. Aber es nahte Rettung, eine Ampel! Hier konnte ich den Fuß mal kurz vom Gas nehmen und ihn bewegen. Aber nein, ich muss ja noch bremsen. Okay, Experiment - ich habe ja auch noch einen linken Fuß, also bremse ich einfach mit dem und erhole meinen linken. Schöne Idee eigentlich, aber auch nur eigentlich. Denn der linke Fuß ist nicht annähernd so gefühlvoll wie der Rechte. Was macht man auch sonst mit dem? Man latscht voll in die Kupplung. Was passierte also? Ich drückte die Bremse viel zu doll. Es ähnelte dem Stoppen einer rasanten Achterbahnfahrt und all meine Sachen flogen vom Beifahrersitz in den Fußraum. Der Verkehr ging weiter. Zu den Sachen, die dort in den Fußraum geflogen waren, gehörte auch meine Route. Ich glaube ich habe drei Mal versucht an das Blatt ranzukommen, ohne Erfolg! Was nun? Wer bin ich? Was bin ich? Wo bin ich? Und wo will ich hin? Ich versuchte mich zu erinnern? Zunächst I-70 East oder West? Dann I-270North oder South? Ich dachte ich würde es schon irgendwie hin bekommen. Ich werde ja nicht beide Möglichkeiten auf einmal bekommen. Falsch gedacht, North, South, East, West - alles auf einmal. Ich nahm einfach eine Ausfahrt und plötzlich war ich mir sicher es muss die andere gewesen sein. Ich fuhr und hoffte auf eine Art Park&Ride, wo ich mal auf meinen Plan gucken kann, aber es kam nichts dergleichen. Ich entschied mich den Highway zu verlassen und dann irgendwo zu halten.

Ich fuhr also ab, stellte mich auf einen Parkplatz und schlug die große Karte auf. Das war die Nadel im Heuhaufen. Woher sollte ich denn nun wissen wo ich bin? Aber es hielt ein Auto neben mir. Die kann ich ja mal fragen. Aus dem Auto stiegen drei total angsteinflößende Gangsta-Rapper-Verschnitte aus. Hmmm, ich werd das schon hinkriegen, die frag ich jedenfalls besser nicht. Okay, ich schaute nun noch einmal auf meine Route, denn jetzt konnte ich sie aufheben und fuhr dann einfach wieder zurück. Aber dann wieder diese vielen Schilder!!! Ich fuhr wieder in eine kleine Nebenstraße und glücklicherweise kam gerade ein Mann aus seinem Haus. In seinem Auto lief schon laute Hip Hop Musik. Er wollte losfahren. Ich stürzte aus dem Auto und bat ihn um Hilfe. Er versuchte mir zu erklären wie ich fahren soll, wollte mir aber eine ganz neue Route aufschreiben, aber nee nee, lieber nicht. Dann hatte er ein Nachsehen mit mir und sagte “Okay, ich bring dich zur I-270 North, folge mir einfach!” VIELEN DANK! Er fuhr also vor und ich immer hinterher bis er anfing aus dem Fenster zu fuchteln, dass ich nun rechts abfahren soll. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich wirklich richtig bin, aber pünktlich um 13:00 erreichte ich unseren Treffpunkt, das Dublin Chiller. Ein großes Sportzentrum wo man Schlittschuhlaufen kann.

Ich habe Hilary schon zuvor gesagt, dass ich aufgrund meiner Knie-OP kein Schlittschuhlaufen kann und von den anderen hatte auch keiner Lust dazu. Wir saßen nun alle zusammen an einem kleinen Holztisch, quatschten, es gab ein paar Blätter und dann sagte Hilary es sei okay wenn ich wieder fahre. Die anderen Mädchen sind alle aus der näheren Umgebung von Columbus und hatten maximal eine dreiviertel Stunde Anfahrt. Ich war etwas sauer, dass ich dafür nun diese Strecke auf mich nehmen musste und entschied mich dann auch, mich auf den Heimweg zu machen, da ich nicht im Dunkeln fahren wollte.

Der Weg nach Hause sah auf der Route so viel schlimmer aus, aber die Sonne schien, das Auto und ich wurden langsam Freunde und es war der direkte Weg in mein Bett. Es ging also viel schneller und zu Hause angekommen stieg ich gleich um ins andere Auto, diesmal zum Glück nur als Beifahrer, und wir fuhren zu Wal Mart.

Ich hatte den ganzen Tag wieder einmal nichts gegessen, die Folgen waren großer Hunger und schlimme Kopfschmerzen (okay, die können auch vom Fahren gekommen sein, vielleicht sollte ich meine Brille nächstes Mal aufsetzen). Zum Dinner gab es leckeres Hünchen mit Reis und Soße. Alles zusammen in einer Auflaufform im Ofen zubereitet. Ich sollte es rausnehmen während Mike und Teresa die Kinder ins Bett gebracht hatten. Es roch sehr lecker, also schaute ich mal in den Ofen. Es sah auch sehr gut aus, aber ich dachte so bei mir, dass das eigentlich mit Käse überbacken werden müsste. Später erzählte mir Teresa dann, dass sie den Käse extra wegen mir weggelassen haben. Wie mache ich den beiden nur klar, dass ich Käse esse, nur nicht überall und ständig???

Übrigens habe ich gestern ein neues Case für meine Kamera bekommen. Da Peeoopee alles gegessen hat, bis auf die Metallteile, darunter auch ein kleines Schild, in dem der Name der Kamera eingraviert war, wusste Mike wie groß es sein musste und hatte mir ein Neues bestellt. Die Kamera ist dann jetzt also wieder in Sicherheit.

Das war also mein freies Wochenende - ich habe es genossen und vor allem kann ich jetzt das Auto benutzen, was mir einen Haufen mehr Möglichkeiten bietet.

Auf dem Highway ist die Jessi los!

Okay, alles in allem habe ich die letzte Nacht gut überstanden. Ein kleiner Kater war da vielleicht und gut geschlafen hab ich mit dem Triesel auch nicht. Aber es war ja dafür sehr lustig. Und ich hatte heute FREI!!!!! Boa, das hieß ausschlafen, aber irgendwie habe ich mich selbst daran gehindert. Jedes Mal als mein kleiner Heizlüfter anging, schreckte ich hoch und dachte es sei mein Fön. Dann dachte ich, ich hätte schon den halben Tag verschlafen, man will ja auch keinen schlechten Eindruck machen. Deswegen stellte ich mich darauf ein, jetzt mal langsam wach zu werden. Als ich fertig war mit dem Einstellen, guckte ich auf meine Uhr und stellte fest, dass es 7:54 war. Also wäre es ganz sicher okay gewesen noch ein wenig zu schlafen. Ich blieb also im Bett. Später holte ich dann den Lappi dazu und skypte mit Sascha.

Dann erstmal eine ausgiebige Dusche und gaaaaanz in Ruhe fertig machen. Als ich gegen 9:45 hoch ging war keiner da, schienen alle oben zu sein, also nahm ich mir etwas zu trinken und ging wieder in mein Zimmer. Plötzlich klingelte mein Handy. Auf dem Display stand “Mike & Teresa home”. Hmmm vielleicht hatten die zwei doch nicht bemerkt, dass ich nach Hause gekommen bin. Also bin ich gleich mal hoch gegangen. Sie haben sich total gefreut, dass ich so viel Spaß hatte. Teresa hat sich aber auch Sorgen gemacht. Sie malte sich alles mögliche aus. Ich könnte Katie verloren haben und durch Athens irren. Bin nicht nach Hause gekommen und sie muss das meiner Mama erklären wenn sie anruft und fragt wo ihre Tochter ist. Sie haben wohl sogar gegen 1:00 nachts auf meinem Handy angerufen, das sie mir geschenkt haben, aber es war natürlich zu laut in den Bars um das zu hören. Aber sie haben sich das Telefon neben das Bett gelegt, damit sie meinen Anruf mitbekommen.

Ich drifte ab, entschuldigt bitte!

Dann war mein großer Moment gekommen, ich sollte Auto fahren. Denn morgen muss ich gleich 160km bis zu unserem Treffpunkt fürs Januar-Meeting fahren. Da sollte man vorher schon einmal ausprobiert haben. Teresa und ich fuhren also über den Highway zur State Street, der Einkaufsstraße von Athens. Gingen in ein Shopping-Center (nicht wirklich erwähnenswert bis auf einen Klamottenladen, den ich wohl noch einmal aufsuchen werde), zu einem Farmers Market und fuhren dann wieder nach Downtown Athens, wo ich gleich mal meine Talent im Parken von großen Autos unter Beweis stellen konnte und holten Suppen fürs Lunch. Zurück zu Hause, froh und stolz nichts zerschossen zu haben, war ich nun auch wieder bereit feste Nahrung aufzunehmen.

Ich genoss meinen freien Tag. Ich konnte skypen, schlafen und rumgammeln so viel ich wollte. Leider ist mir das mit dem Schlafen viel zu spät eingefallen. Ich habe mich um 18:10 bei mir unten vor den Fernseher gesetzt. Gegen 18:50 wurden die Augen immer schwerer. 19:02 es ist noch Zeit. 19:10 okay, bleib wach, nur dösen. 19:17 hmm nicht mehr lange. 19:22 “ZZzzzZZZzzzzZZZzzz” weg war ich. Teresa kam runter um mich zu fragen, was ich zum Dinner möchte. Ich wachte auf und war wieder einmal völlig verwirrt. Zum Glück passiert mir das erst jetzt, denn in dem Zustand hätte ich den Bimmeltest für das Au Pair Jahr nicht bestanden.

Ich ging dann zum Dinner nach oben. Hing mich irgenwie in einen Stuhl und wartete bis alles fertig war. Eigentlich wollte ich danach wieder runter, aber Teresa schlug vor, etwas zu spielen und da war ich dann natürlich dabei. Wir spielten Clue, ein sehr lustiges Spiel. Nach zwei Runden hörten wir auf. Mike suchte noch den Stadtplan für mich raus, Teresa druckte mir die Route aus. Nur als doppelte Absicherung hab ich mir noch etwas aufgeschrieben und jetzt geht es ab ins Bett.

Sollte morgen kein Eintrag kommen, habe ich sicherlich eine falsche Abfahrt gewählt und bin auf dem Weg nach West Virginia :-) Also drückt alle die Daumen!

Da der Eintrag so schön kurz ist, möchte ich an dieser Stelle mal allen danken, die sich hier ganz fleißig durchlesen und daran auch noch Spaß haben. Vielen Dank für eure lieben Einträge im Gästebuch - mehr davon ;-)

Jessi from Germany

Hallo ihr Lieben,

um Verwirrungen zu vermeiden, das ist der Eintrag für Freitag, den 25. Januar!

Ich kam gestern nicht mehr wirklich dazu zu schreiben, also hole ich das jetzt mal nach ;-)

Um die Sache nicht wieder unnötig in die Länge zu ziehen, beginnen wir mit dem Nachmittag, denn vormittags war allet wie jehabt :-)

Heute war also der große Tag, an dem die alten Babysitter alle zum Dinner kamen. Um ehrlich zu sein graute mir davor ein wenig. Wer weiß was das für Uschis sind?! Snobby- Amis oder Mauerblümchen weil Studenten? Und überhaupt, was soll ich denn mit denen reden??? Mein Plan war es während des Mittagsschlafes der Kinder duschen zu gehen und mir die Haare zu waschen, damit ich abends bei den Vorbereitungen helfen kann, denn schließlich machen sie das ja alles nur für mich. Der Plan ging nicht auf, da Teresa zu der Zeit auf der Einfahrt Schnee fegen musste und ich oben bleiben sollte, falls Addison und/oder Lily wach werden. Okay, dann nicht, dann mach ich das halt ganz schnell wenn ich gegen 17:00 Feierabend habe, denn normalerweise gibt es zwischen 19:30 und 20:00 Dinner. Das sollte also machbar sein. Um 16:18 kam Teresa zu mir und den Kindern nach unten und sagte “Ich übernehm dann jetzt mal, in 15 Minuten sind die Mädchen da!” Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas, 15 Minuten? Okay, die Zeit reichte also grade mal noch um mir etwas anderes anzuziehen und mein Make Up etwas aufzufrischen. Ich fühlte mich nicht wirklich toll, denn meine Haare hätten dringend eine Wäsche gebraucht. Aber da musste ich nun wieder durch.

Kurz später kamen auch schon 2 von 3 Mädels. Katie und Mel. Hmmm, ich wusste nicht, was ich von denen halten soll. Sie kamen mir etwas komisch vor, aber okay. Sei offen und gehe auf sie zu. Nun saßen wir alle im Kreis auf dem Wohnzimmerteppich und versuchten die Kinder zu bespielen ABER es gab nur noch Jessi und Mami *hehehehe* das ging runter wie Öl! “Addison, möchtest du mal zu Katie kommen” “Nononono” und schnell wieder auf Jessi’s Schoß ;-) Mike war schon dabei das Dinner zu kochen und dann kam auch noch der letzte Gast - noch eine Katie. Sie war mir von Anfang an sympatischer als die anderen. Zum Einstieg gab es erst einmal eine Pina Colada für uns. Teresa hatte mich am ersten Tag gefragt ob ich Alkohol trinke und wenn ja, was für Drinks. Ich sagte ich trinke am Liebsten Cocktails. Mike wollte wissen welcher mein Lieblingscocktail sei und ich sagte Pina Colada. Das haben sie sich gleich gemerkt und so gab es den gestern. Und ich bekam noch eine Extrawurst. Weil ich mal sagte, dass ich nicht soooo arg gern Käse esse, denken sie jetzt, dass ich ihn gar nicht mag. Gestern gab es Broccoli mit Käse und ich bekam einen extra Teller Brokkoli ohne Käse.

Die Katie, die später kam, fragte mich nach ca. 15 Minuten ob ich Lust habe heute mit ihr wegzugehen. Naja, Lust hatte ich nicht wirklich, ich hatte ja nicht einmal Zeit zum Duschen. Aber nein sagen wäre unhöflich gewesen. Also sagte ich ihr zu. Beim Dinner diskutierten wir, wie ich nun am Besten dort hinkommen sollte. Katie wollte mich mitnehmen und morgens wieder nach Hause bringen, ich wollte das Auto nehmen um jeder Zeit nach Hause zu können und Mike wollte, dass Katie mich mit hin nimmt und er mich abholt, wann ich möchte, damit ich etwas trinken kann. Gut, die Variante schien mir am sinnvollsten. Ich ging noch einmal schnell runter, zog mich um, suchte meinen Kram zusammen und los ging es. Wir fuhren zunächst zu Katies Studentenwohnung. Sie teilt sie sich mit einer weiteren Person, Amanda. Amanda hatte genau gestern ihren 21. Geburtstag und das heißt in den USA, dass man endlich alt genug ist, um Alkohol zu trinken. Katie war total aufgedreht und freute sich nun auf die dicke Party mit Amanda, als wir aber rein kamen, lag sie auf der Couch und schlief und wollte so überhaupt nichts von Party machen wissen. Katie verstand die Welt nicht mehr, drehte die Musik auf und machte sich “hübsch, denn sie sei auf der Suche nach einem Freund”. Gut zu wissen … Die Bar, in die wir gehen wollten, ist direkt unter Katies Wohnung. Wir waren sehr früh, daher war es auch noch leer, aber je später der Abend, desto voller wurde es. Sie überredete mich zu einer Runde Pool, was ich noch nie zuvor gespielt habe. Aber es war ja noch leer, also konnte ich mich vor den paar Leuten ruhig blamieren. Es dauerte aber nicht lang, bis zwei Typen kamen und ein Doppel spielen wollten. Super Idee, ich bin ja nach einer Runde schon fast Profi!!! Es wurde nun voller und es ergab sich dadurch die einmalige Chance sich vor ganz vielen Leuten zu blamieren. Na da bin ich doch dabei. Katie stellte mir alle Leute vor, die sie kannte. Ihr Standardspruch hierfür war “Hey, that’s my friend Jessi, she’s from Germany and today it’s her first time makin’ party in the USA!”. Die Partygemeinde flippte nahezu aus “Welcome to America”, einige wollten Fotos mit einer “echten Deutschen”, andere fragten haufenweise dusselige Fragen und so weiter und so fort.

Katie stellte mir auch ihren Ex Forrest vor. Ein ganz schön durchgeknallter, aber auf jeden Fall lustiger Typ, der dann die Hälfte des Abends mit uns verbrachte bis wir durch die Hintertür des Schuppens vor ihm flohen, weil er mit steigendem Alkoholpegel wieder versuchte Katie anzugraben. Ich weiß gar nicht mehr in wie viele Bars sie mich geschleppt hat. Nach dem zweiten Drink sagte ich auch schon, dass ich genug habe, denn ich wollte nicht volltrunken in Mikes Auto steigen und dann in mein Zimmer torkeln. Aber Katie schrie immer nur “Keep drinkin’!” und bestellte mir einen Drink nach dem nächsten. Forrest erklärte mir auch, dass man das Glas nicht abstellt, solange es nicht leer ist. Ich plante eigentlich nur 1-2 Stunden wegzubleiben, aber es wurde später und später.

Die Bars hier sind ganz anders als unsere. Irgendwie sehr oldschool. Und es gibt kaum Sitzplätze, die meisten nur an der Bar. Wenn man keinen Sitzplatz bekommt, würde man in Deutschland gar nicht bleiben, aber dort steht man halt, so wie bei uns in der Disco. Dicht an dicht. Aber die Leute benehmen sich nicht großartig anders, nur habe ich ein bissel das Gefühl, dass Alkohol trinken hier noch viel spannender ist als in Deutschland. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass sie es offiziell erst ab 21 dürfen. Wenn man eine Bar betritt wird sogar der Ausweis kontrolliert. Wer alt genug ist bekommt einen “Party time” Stempel auf die Hand, wer nicht alt genug ist bekommt ein dickes, schwarzes X auf den Handrücken. Das es auch jeder sehen kann, dass du keinen Alkohol bestellen darfst. Als wir an der Bar standen und meine Sinne so langsam schwanden, brach direkt neben mir plötzlich eine riesen Schlägerei aus. Die Barmänner hüpften auf die Theke, rissen alle auseinander und schmissen sie durch die Hintertür hinaus.

Gegen 2:30 hatte ich dann doch genug vom Nachtleben in Athens. Aber Mike wollte ich um die Zeit auch nicht mehr anrufen. Ich bat Katie mir ein Taxi zu besorgen. Es dauerte auch nur eine halbe Stunde bis es da war. Es wollten wohl noch mehr Leute ein Taxi nehmen und stürmten zum Fahrer. Aber ich drängelte mich durch die Menschentraube und sagte “Das ist mein Taxi!”, fragte den Fahrer ob er bestellt sei um zur Carroll Road zu fahren. Er sagte ja und bat mich ihm den Weg zu sagen. *hahaha* selten so gelacht. Ich bin froh, dass ich den Weg zur Küche nach so kurzer Zeit hier schon finde, aber den Weg von Downtown Athens nach Hause - niemals! Ich erklärte ihm mein Problem und er rief in der Zentrale an. Noch kurz von Katie verabschieden und dann ab nach Hause. Die fahrt über fragte der Fahrer mich die ganze Zeit “Kannst du dich hieran erinnern?”, “Hast du das hier schon einmal gesehen?” und ich versuchte mein kleines müdes Gehirnchen anzustrengen um ihm antworten zu können. Wir haben uns auf dem Weg auch nur zwei Mal verfahren, aber jetzt weiß ich wo es lang geht ;-)

Zu Hause angekommen betete ich, dass die Tür nicht abgeschlossen ist, damit ich nicht doch noch jemanden wecken musste weil ich noch keine Schlüssel habe und ich hatte Glück, es war offen. Die Hunde bellten nur einmal auf, dann war wieder Ruhe und ich verschwand in mein Zimmer.

Kindermusik Class

Der Joghurt um 9:30 fiel heute zunächst erst einmal aus, denn um 9:15 mussten wir losfahren zur Kindermusik Class. Was das ist? Auf jeden Fall ziemlich durchgeknallt, aber wartet, ich versuche mich an einer Definition. Kindermusik Class ist eine Art Musikunterricht für Kleinkinder, in dem sie mit Hilfe von Musik und Gesang (Wahnsinn) für alles Mögliche sensibilisiert werden - schnell und langsam, laut und leise, welche Geräusche macht eine Lok, welche ein Auto? Es wird getanzt und gespielt. Eigentlich wollte ich mir blöd vorkommen, aber warum sich blöd vorkommen wenn man zwischen einem Haufen Mamas und Kindern sitzt, die das total toll finden was sie da machen. Also mache ich einfach mit. Alles andere würde mehr auffallen.

Das Ganze ging wieder ganz ohne Heulen und Schreien. Mal saß Lily bei mir, mal Addison. Mal tanzte ich mit der einen, mal mit der anderen. Es lief also alles wieder wie am Schnürchen.

Wieder zu Hause angekommen gab es endlich Baby-Joghurt. Mike war wieder zu Hause und so konnte er das Lunch vorbereiten. Danach war Lily plötzlich völlig müde und nur noch am Schreien. Er nahm sie und ging hoch um sie ins Bettchen zu bringen. Da saß ich nun mit Addison und fühlte mich für einen Moment selbst wie Kind. Wo war meine Instruktion? Was sollte ich jetzt machen? Wird Addison auch wieder anfangen zu schreien wenn ich versuche sie ins Bett zu bringen?

Hmm, ich musste die Sache in die Hand nehmen, was blieb mir anderes übrig? Wir gingen hoch und warteten kurz in einem anderen Zimmer, weil die schreiende Lily im Kinderzimmer gerade eine neue Windel bekam. Beim Mittagschlaf schlafen die zwei getrennt, da sie dann länger heiern. Als Mike mit Lily aus dem Zimmer kam, musste ich ja mit Addison an ihm vorbei. Okay, ist das nun der Moment, an dem das Kartenhaus zusammenbricht??? Nein, sie sagte “Daddy” und wollte auf seinen Arm, aber als ich einfach weiterlief war das auch okay. Ich ging mit ihr ins Kinderzimmer und wechselt zunächst auch erst einmal ihre Windeln. Dem Himmel sei Dank, war sie leer! Dafür habe ich mich auch gleich bei ihr bedankt ;-)

Danach setzten wir uns in den Sessel und begannen ein Buch zu lesen. Im Kinderzimmer ist es sehr dunkel. Die Bilder konnte ich erkennen, aber die Buchstaben nicht. Teresa und Mike kennen mittlerweile alle Bücher auswendig, sodass sie kein Licht mehr brauchen. Na gut, was solls, ich hab das eine Rollo einfach etwas auf gemacht. Danach versuchte ich mich von allem im Zimmer zu verabschieden, von dem ich den Namen weiß. Mike sagt immer zu allem Good night. Zum Wickeltisch, zu Lily’s Bett, zu Addison’s Bett, zu allen Stofftieren (einzeln), zum Sessel, zum CD-Player usw. usw.. Aber alle Wörter wusste ich nun nicht. Zudem wartete ich darauf, dass sie jeden Moment genug haben könnte von mir und Daddy will. Ich zog ihr ihren Schlafsack an, legte sie hin und machte die Musik an. Noch immer kein Mucks. Sie stand wieder auf und ich dachte jetzt gehts los. Aber ich erzählte ihr, dass sie sich jetzt hinlegen und ein wenig schlafen muss und das machte sie. Zugegeben verstand ich die Welt nicht mehr. Ich ging aus dem Zimmer und schloss die Tür. Im Flur standen auch Mike und Teresa und warteten wohl ab was passiert. Ehrlich gesagt war ich ganz schön stolz, dass das alles ohne Komplikationen geklappt hat. Überhaupt fühle ich mich von Tag zu Tag nützlicher, weil ich immer alles beobachte (Ich weiß Kacki, du bist der Beobachter!) und dann kann ich es auch alleine machen. Ich weiß jetzt sogar wie der Müllschlucker funktioniert.

Meine Pause verbrachte ich wie immer im Kontakt mit der Außenwelt in Berlin. Nach 2 Stunden weiß ich immer ungefähr, dass sie jetzt jeden Moment wach sein könnten. Also lausche ich allen Geräuschen im Haus. Den Nachmittag haben wir wieder im Keller verbracht. Das neueste Hobby ist Tanzen. Leider habe ich keine Kindermusik auf Englisch auf meinem Laptop, dann würde es sicher noch mehr Spaß machen, als immer nur zu den 10-Sekunden-Songs der Spielzeuge zu tanzen.

Vor dem Dinner habe ich mal wieder den Fernseher unten eingeschaltet. Ich dachte ohne TIVO und ohne den anderen Decoder wäre es einfach und es gäbe weniger Programme, aber da lag ich mal wieder völlig falsch. 100 Programme oder sogar ein paar mehr. Alles, was ich bis jetzt rausfinden konnte war, dass auf der 8 FOX ist, sowas wie bei uns RTL, dort läuft auch American Idol und auf der 44 ist Food Networks, ein ganzer Sender mit Kochshows. Vielleicht sollte ich mir das einfach merken und nur diese zwei Sender gucken. Obwohl dort noch ein weiterer spannender Sender war, auf dem die ganze Zeit Verfolgungsjagden von Verbrechern und so gezeigt wurden … auch ganz unterhaltsam. Da haben welche eine Bank überfallen und alles super geplant. Sie brauchten 30 Sekunden für das eigentlich Verbrechen. Danach haben sie ein Auto gestohlen, in dem sie flüchten wollten. Ein Hubschrauber verfolgte sie und funkte der Polizeistreife immer wieder den Ort durch, an dem sie gerade sind. Die Verfolgung dauerte nicht lange, denn sie hatten ein Auto mit leerem Tank gestohlen - tja Pech gehabt :-)

Nach dem Dinner habe ich Teresa mein Heimweh-Buch gezeigt, denn sie hatte vor 2 Tagen schon gefragt wer eigentlich die ganzen Leute auf den Fotos sind, die sie mir ausgedruckt hat. Dann habe ich noch eine Folge “Chuck” mit ihnen gesehen, das wäre wieder einmal eine tolle Serie für Bobo! Und nun schreibe ich noch schnell den Beitrag fertig, stöpsel mir meinen MP3 Player in die Ohren, denn sonst ist es mir zu leise und dann überlege ich zu viel und kann nicht einschlafen.

Leider wird der Beitrag von morgen wohl auch wieder sehr lang werden, da Teresa die alten Babysitter zum Dinner eingeladen hat, damit ich mal Leute kennenlerne. Sie hat heute schon angefangen einen Kuchen dafür zu backen und Mike kocht morgen. Die Zwei sind echt so mega lieb zu mir, kaum zu glauben!

Geht doch alles!

Das erste, was ich heute morgen hörte, als ich aufwachte, waren schreiende und weinende Kinder. Sofort wusste ich, es wird kein schöner Tag werden.

Als ich hochkam saßen beide in ihren Hochstühlen und hatten ihre Waffeln vor sich stehen. Teresa machte noch schnell “Eggs & Cheese” für die Zwei und verschwand dann mit den Worten “Ihre Sachen lege ich dir auf die Treppe” nach oben. Das war gegen 8:30. Um 9:30 sollten sie schon wieder ihren Joghurt bekommen, da Lily um 9:40 los zu ihrer Sprachtherapie musste. Also nix mit trödeln heute! Meist dauert es ja auch etwas bis beide wirklich einvertsanden sind ihre Spielsachen für einen Moment liegen zu lassen um angezogen zu werden. Ich lief also nach ein paar Minuten zur Treppe um die Sachen zu holen, aber es waren keine da. Hatte ich etwas falsch verstanden? Ich dreht meine Runde aber konnte nichts finden. Was sollte ich nun machen? Hoch gehen? Teresa arbeitet. Rufen? Dann werden Addison & Lily wieder an Mami erinnert und fangen wieder an zu schreien. Aber ich kann sie doch nicht völlig unbeaufsichtigt lassen. Dennoch muss ich sie anziehen, denn Lily muss zur Therapie — keine leichte Aufgabe. Ich versicherte mich noch einmal, dass die zwei wirklich spielten, kletterte über die Treppenabsperrung und rannte schnell hoch. Alle Türen waren verschlossen (und es sind 7 Türen), also hinter welcher versteckt Teresa sich? Sehr wahrscheinlich im Schlafzimmer, ich klopfte und nachdem sie ja rief, öffnete ich die Tür. Sie sagte mir, dass sie die Sachen noch nicht rausgelegt hat und bat mich selbst welche zu holen. Es musste schnell gehen, ich wollte die Beiden ja nicht zu lange allein unten lassen, aber ich fand nicht das Richtige. Ich wollte ja schließlich nicht, dass sie aussehen wie Schreckschrauben wenn ich ihnen die Sachen aussuche.

Am Ende habe ich alles pünktlich geschafft, die Kinder haben sich unten nicht gegenseitig verletzt, die Hunde haben sie nicht gefressen oder angeknabbert und Lily war rechtzeitig fertig um mit Teresa zur Sprachtherapie zu fahren. Als Lily sich Schuhe anziehen durfte roch Addison den Braten schon und wurde sofort quängelig. SUPER! Also habe ich ihr auch Schuhe angezogen, aber sie ist nicht dumm, sie ließ Mami nicht aus den Augen. Als Teresa mit Lily gehen wollte schellten die Alarmglocken und los ging das Geplärre. Ich kann nicht genau sagen was ich gemacht habe, aber es dauerte nachdem Teresa das Haus verlassen hat noch ca. eine Sekunde an und plötzlich war es vorbei. Ich war selbst ein wenig erschrocken darüber. Aber die kommenden 2 Stunden lief alles wie am Schnürchen, wir spielten, kuschelten, ich habe abgewaschen und das Lunch vorbereitet. Pünktlich als Lily und Teresa zurückkamen stand es auf dem Tisch. Die Zwei waren todmüde und wollten partou nichts mehr mit mir zu tun haben als sie ihren Mittagschlaf machen sollten. Also blieb mir nichts anderes übrig als Teresa damit allein zu lassen. Stattdessen habe ich schnell das Wohnzimmer aufgeräumt und schnell wieder alles abgewaschen. Danach hatte ich wieder bis ca. 14:30 frei!

Nach dem Mittagsschlaf gab es einen kleinen Snack. Melone aus dem Kühlschrank. Es ist sowieso alles extrem kalt hier. Die Kinder in Deutschland werden dagegen total verhätschelt. Lily & Addison sind nie sonderlich dick angezogen, ein Oberteil, eine Hose und Socken. Keine Strumpfhose, keine dicken Wollklamotten - nichts dergleichen. Im Haus ist es auch ziemlich kalt, mir zu kalt (nur mein Zimmer heiz ich immer schön hoch, aber pssst) sie trinken eiskaltes Wasser aus dem Kühlschrank und wenn wir das Haus verlassen, dann gehen alle hier nur mit dünnen Jacken, die Kinder gehen wie sie sind, erst wenn wir am Ziel aus dem Auto aussteigen bekommen sie Jacken an. Naja, das scheint aber alles normal zu sein so. Vielleicht auch gar nicht schlecht fürs Immunsystem.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, nach dem Mittagsschlaf. Auch Daddy kam recht bald von der Arbeit nach Hause, hatte aber noch Arbeit für zu Hause mitgebracht, also gingen wir zusammen mit den Zwillingen nach unten zu mir, wo er sich dann auch ganz schnell wieder rausschlich. Ich hatte einen riesen Spaß mit Lily & Addison. Meine Befürchtungen es könnte ein schlimmer Tag werden haben sich überhaupt nicht bewahrheitet. Wir rannten herum, Lily war total aufgedreht, stellte sich in die Ecke und ich rief “Where is Lily?” Dann grinste sie schon über beide Ohren. Ich rannte zu ihr schnappte sie und warf sie in die Luft. Es ist unglaublich süß wie herzhaft sie darüber lachen kann. Addison braucht zwischendurch immer ihre Kuschelminuten, in denen sie sich einfach auf meinen Schoß legt, der Daumen im Mund verschwindet und sie sich ausruht, aber nach ein paar Minuten kann es dann wieder weitergehen.

Rechtzeitig zum Dinner ging ich mit ihnen hoch, Mike war gerade fertig geworden. Wir setzten sie noch in ihre Stühle und er sagte “Vielen vielen Dank, du bist für heute entlassen! Ich danke dir wirklich sehr, ich war in den letzten 2 Tagen produktiver als ich zuvor in 2 Wochen war.” Das hört man doch gerne und jetzt wo ich langsam weiß wie alles funtioniert und wo ich was finde, kann ich auch viel mehr helfen!

Abends haben wir noch zusammen gegessen, American Idol und eine andere Sendung gesehen. Nach dem Dinner hat Mike mir ganz stolz gezeigt, dass er Brezeln für mich gekauft hat, weil er weiß, dass ich die gerne esse. Total lieb! Teresa und Mike sind Tag für Tag bemüht etwas zu finden, das mir wirklich schmeckt, dabei mache ich mir darüber überhaupt keine Sorgen. Ich werd schon nicht vom Fleisch fallen, oder zweifelt da irgendeiner von euch dran?

Für alle, die so fleißig waren, gibt es jetzt noch ein leckerli ;-) In dem Ordner “Mein neues zu Hause” sind ein paar neue Bilder vom Haus und es gibt ein neues Fotoalbum von den Kleinen und mir - viel Spaß!

Ich ein David Hasselhoff-Fan ?

Hallo ihr Lieben!

Ich kann euch glaube ich langsam beruhigen, mein Tagesaublauf nimmt langsam Gestalt an, sodass ich vielleicht in ein paar Tagen nicht mehr so regelmäßig bzw. etwas weniger schreiben werde.

Der heutige Tag verlief wirklich super. Ich glaube ich zähle langsam zum Inventar für die Kids und bin nicht mehr das Kellermonster, das jeden Morgen hochkommt, auf nette Tante macht und abends dort wieder verschwindet. Ab dem Frühstück habe ich heute wieder übernommen. Ohne Tumulte konnten Teresa und Mike verschwinden. Ich habe ihnen dann ihr Frühstück bis zum Ende gegeben, sie dann aus ihren kleinen Hochstühlen genommen, ihr Frühstück abgeräumt und mit ihnen gespielt.

Heute war es total in, alle Bücher zu lesen, die sie haben. Ich glaub Addison war es, die begann, sich mit einem Buch auf meinen Schoß zu setzen. Man muss dabei erwähnen, dass ich 95% meiner Arbeitszeit im Schneidersitz auf dem Boden sitze. Lily war sofort begeistert und setzte sich auf die andere Seite meines Schoßes (iss ja genug Platz ;-)). Einer von beiden stand nach jedem Buch auf und organisierte ein Neues. Demenstprechend sah das Wohnzimmer heute auch aus. Ich hätte zu gern ein Foto davon gemacht wie ich dort mit den Kleinen saß, sah bestimmt süß aus.

Um 9:30 gab es schon wieder Baby-Joghurt und auch das hat super alleine geklappt. 2 Hände, 2 Becher, 2 Löffel - ist doch alles machbar. Und wenn sie nicht essen wollen ist mein neuer Trick ihre kleinen Plastik-Disney-Prinzessinen vorzuschicken. Weil, wenn die etwas von dem joghurt essen und dann sagen “And now it’s your turn, Lily”, dann hören sie darauf ;-)

Zwischendurch war meine größte Aufgabe Lily’s Windel zu wechseln ohne Addison komplett unbeaufsichtigt zu lassen, denn es kann so schnell etwas passieren. Die Windel war eine glatte 1 mit Sternchen!!! Ich wünschte mir auf der Stelle einen Raumfahrtanzug um mich selbst zu schützen. Ich hoffe das “Potty-Training”-Video schlägt bald an.

Mittags kam Teresa runter und hat etwas mit den Beiden gespielt, so hatte ich Zeit um ihr Lunch fertig zu machen. Dann war es auch schon wieder Zeit für “Jessi’s Break” und ich durfte in mein Zimmer gehen und meinen Kram machen. Der Vormittag verlief also komplett ohne Zwischenfälle und geheult haben sie jedenfalls nicht wegen mir. Lily ist nur einmal beim Joghurt holen über Addison gestolpert - auf den Fliesen - und Addison hat beim Toben auf der Couch Lily’s Knie ins Gesicht bekommen, aber das hatten wir auch ganz schnell im Griff, sodass es keine Hilfe von Teresa oder Mike benötigte.

Meine Pause heute schien sehr lang und heut bin ich auch nicht so müde gewesen. Ich habe fast die ganze Zeit geskypet. Als ich dann Addison weinen hörte machte ich mich wieder auf den Weg nach oben und kümmerte mich gemeinsam mit Teresa. Addison wollte dann in den Keller um im Jumper zu hüpfen. Ha, aber was war meine Aufgabe bevor ich mit Lily runter konnte?! Windeln wechseln!!!! Und ich schwöre euch die war nicht besser als die Erste!!!! Aber auch das hab ich überstanden.

Im Keller spielten wir eine ganze Weile, Teresa musste zwischendurch schon wieder verschwinden weil eine Nachbarin kam, glaube ich. Aber es war kein Problem. Später kam sie mit Mike wieder runter und er holte die Zwei fürs Dinner nach oben. Ich sollte meinen Reisepass schnappen und dann wollte Teresa mit mir zur Bank fahren um ein Konto zu eröffnen.

Die Sache war schwerer als erwartet. Ich habe wirklich nur meinen Reisepass samt Visum genommen, aber die in der Bank wollten ein zweites Ausweispapier, ein Schreiben, auf dem meine amerikanische Adresse steht und alle Hand anderen Kram, obwohl sie eigentlich auch alle nicht so genau wussten, was wir brauchten und was nicht. Also mussten wir noch einmal zurückfahren und holten, was wir finden konnten. In der Bank wurde heute auch noch das System umgestellt, sodass der Angestellte nicht wirklich wusste was zu tun war. Es dauerte ganz schön lange und zu dem war die deutsche Nanny (Der gute Herr wusste nicht was ein Au Pair ist) ein kleine Attraktion im Arbeitsalltag dieser Banker. Das Beste war die Frage “Ach, du bist aus Deutschland, bist du großer David Hasselhoff-Fan?” :-) Ich sagte nein und fragte ob das typisch sei für Deutsche und alle in der Bank freuten sich und sagten “Yes”. Hmmm - ich weiß ja nicht.

Irgendwann war auch das geschafft, meine ersten Gehaltsscheck habe ich auch schon bekommen und sofort eingezahlt.

Als wir zurück kamen waren Addison und Lily noch wach. Sie schauten gerade ihr “Poodance”-Video, auf dem ihnen erklärt wird wie sie ihr Töpfchen benutzen sollen. Sie schauen es jeden abend vor dem Zubettgehen. Ich hab schnell noch das Wohnzimmer aufgeräumt und Teresa und Mike brachten die Mädels ins Bett.

Abends war ich mit Teresa allein zu Haus, denn Mike ist ins Fitnessstudio gegangen. Er hatte gefragt ob ich mit möchte, aber ich hab nicht einmal Sportsachen bei. Muss erstmal abchecken wie man sich hier im Fitnessstudio so kleidet, damit man nicht gleich sieht, dass ich nicht von hier bin ;-) Also war unser Chefkoch zum Dinner nicht zu Hause und Teresa hat gekocht. Es war okay, aber nicht so gut wie das Hähnchen gestern. Vorher habe ich noch ein paar Mandeln geknabbert, die Teresa mir angeboten hat. Sie zeigte mir dann den Schrank wo das ganze Knabberzeug ist und sagte: “Hoffentlich finden wir bald etwas, das dir schmeckt und das du dann immer immer immer haben willst!”. Sie ist wirklich wie eine Mama zu mir! (Kommentar für meine Mama: ich habe die Mandeln gut vertragen, ohne Atemnot und Co., also keine Sorge!)

Während des Dinners hat “American Idol” angefangen, also die Muttershow unseres “Deutschland sucht den Superstar” und wir wollten es sehen. Da man beim Essen aber schlecht fernsehen kann, hat Teresa einfach TIVO angeschaltet. Was das ist ? Eine total geniale Erfindung! TIVO nimmt alles ganz unkompliziert auf, wenn du es nicht sofort sehen willst oder kannst. Wenn du dann später gucken möchtest, die Sendung aber noch läuft geht beides: aufnehmen und gucken, so kann man dann auch lästige Werbebreaks einfach überspringen.

Es ist gut zu wissen, dass hier in Amerika genauso dumme und durchgeknallte Leute zu den Castings gehen. Es ist auch gerade noch bei den Anfangscastings, also ist es auch noch sehr lustig!

Jetzt habe ich die TIVO-Fernbedienung wieder Teresa überlassen, ich glaube sie guckt jetzt “Dr. House” und ich gehe gleich in mein Bett und freue mich auf morgen!

P.S.: Sorry, ist doch wieder so lang geworden!