Archive für 11.6.2008

New York City

Bevor ihr diesen Beitrag lest, solltet ihr auf jeden Fall runterscrollen und den letzten lesen, denn ich habe eine sehr nette Zusammenfassung für die Tage Sonntag bis Dienstag geschrieben um meinen Pflichten nachzukommen ;-)

So … fertig und noch motiviert für meinen heutigen Tag?

Okay, ich muss auch hier ein wenig zurückgreifen, denn nachdem ich gestern meinen Computer ausgemacht habe und hochgegangen bin war ich noch eine ganze Weile alleine auf dem Zimmer bis irgendwann Gloria, aus Mexiko, kam. Und ganz im Gegenteil zu der Schrippe aus Schweden war sie ganz gesprächig und wir haben gebabbelt und gebabbelt und gebabbelt. Es war schon irgendwie ein wenig unheimlich so “allein” in dem großen Gebäude zu sein und je dunkler es wurde, desto unheimlicher wurde es auch. Irgendwann ging sie duschen und ich überlegte wo wohl das dritte Mädchen bleibt, denn es war dann 22:30 und der Campus wird um 23:00 geschlossen. Aber wie ich so darüber nachdachte ob ich irgendwann jemanden anrufen sollte oder nicht, um sie nicht zu verpetzen, ging die Tür auf und da war sie. Sie hat den Nachmittag in Manhatten verbracht und kam deshalb etwas später.

Sie war ganz aufgeregt und wollte heute wieder gehen, aber ich war nicht ganz von der Sache überzeugt. Früh aufstehen, den ganzen Tag in NY rumrennen, öffentliche Verkehrsmittel benutzen???? Hmmm, naja mal sehen. Ich sagte ich werde es mir überlegen. Als Gloria aus dem Bad wiederkam waren wir dann komplett und gingen in Schlafanzügen nach draußen und setzten uns vor den Dorm. Gloria war sofort von dem NY Trip begeistert und so gab ich mich geschlagen. Wir quatschten draußen noch bis eins oder so und gingen dann hoch um zu schlafen. Der Plan war eigentlich so gegen 7:00 aufzustehen, zu duschen und loszufahren. Und wir waren alle davon überzeugt, dass man in diesen Zimmern sowieso nicht lange schlafen kann. Naja, ihr könnt’s euch sicher denken, wir alle schliefen bis 9:45. Damit hatte sich der Trip für mich erledigt, denn wir mussten ja um 17:00 schon wieder im Head Office sein und uns registrieren.

Aber Gloria und Cidem (aus Köln übrigens) wollten trotzdem gehen. Also gut, vielleicht wird’s ja lustig. Also geduscht, Haare gewaschen, angezogen, geschminkt und los gings. Wir brauchten ungefähr eine Stunde mit Taxi, Bahn und Subway bis wir in New York City ankamen. Dann informierten wir uns wie wir zu Fähre kommen, die an der Freiheitsstatue vorbeifährt. Cidem war immer vorne weg und fand es schnell raus und schon waren wir auf dem Weg.

Auf der Fähre machten wir eine Menge Bilder. Freiheitsstatue von weit weg, ein wenig näher dran, noch ein wenig näher, und jetzt ganz nah, dann mit mir im Vordergrund, dann mit Gloria im Vordergrund und dann mit Cidem, dann von der linken Seite, etwas weiter weg, noch etwas weiter weg, und jetzt wieder ganz weit weg. Und zwischendurch noch ein paar von der Skyline und und und. Es war total lustig. Weil es unhöflich wäre vor Gloria immer deutsch zu sprechen quatschen Cid und ich eigentlich auch nur englisch.

Danach machten wir uns auf den Weg zum Times Square und gingen dort noch ein wenig shoppen. Ich muss ja gestehen, dass ich New York jetzt doch nicht mehr so schlimm finde. Mit den Beiden hat es echt Spaß gemacht und ich konnte NY von einer anderen Seite sehen, als noch ein paar Monate zuvor als ich im YMCA schlafen musste und mit einer biederen Bayerin dort unterwegs war und es bei Minusgraden auch noch anfing zu regnen.

Die Zeit verging so schnell und dann mussten wir uns auch ziemlich plötzlich auf den Rückweg machen um noch pünktlich zum Dinner dazusein. Ich habe es heute irgendwie mit der Nummer “2″ gehabt. Ich habe 2 NY-Schnapsgläser, 2 T-Shirts, 2 Magneten und 2 Ketten gekauft. Ja, vielleicht hab ich eine Menge Geld ausgegeben, aber es war okay. Und das große Shopping wird ja erst im Urlaub von Statten gehen ;-) Ich habe auch schon ein paar Gutscheine für Madame Toussauds und Flyer für Sightseeing Touren eingesackt, dann kann ich schonmal gucken. Auf jeden Fall müssen wir uns keine Sorgen darum machen wo wir die Tickets bekommen, denn die stehen überall rum und verkaufen sie.

Als wir zum Campus zurückkamen gingen Gloria und Cidem essen, sie waren wohl sehr hungrig, aber dadurch, dass wir den ganzen Tag unterwegs waren konnte ich meinen Computer nicht registrieren lassen um Internet zu bekommen, also holte ich ihn und wollte ihn oben ans Kabel anschließen, aber es wurde dann auch alles zu spät und ich schleppte ihn umsonst rüber. Aber die Gruppe ist sehr klein und unser Headteacher kennt uns schon und so haben wir dann gefragt ob wir das Kabel mal entwenden könnten und sie erlaubte es uns nicht wirklich, aber sie sagte sie würde sich wegdrehen wenn wir es nehmen und sie glaube nicht, dass es irgendwer vermissen würde, Hauptsache wir bringen es auch wieder zurück!

Der Unterricht begann dann wieder, aber ganz locker mit ein bissel quatschen am Tisch und einem Film. Nach dem Film konnten wir gehen und er endete ein wenig früher als 21:00. Da die Gruppe so klein ist können wir wohl mehr Sachen machen als je eine Gruppe zuvor, so werden wir morgen einen Ausflug machen und ein Haus besichtigen und in einem Projekt am Computer arbeiten können.

Als wir zurück aufs Zimmer gingen, das wir zum Glück nicht wieder wechseln mussten, versuchte ich natürlich gleich das Kabel an meinem Lappi anzuschließen. Es sah erst nicht gut aus, aber plötzlich ging es. Ich habe gleich meine Mails gecheckt und hatte eine von Hilary, meiner Councelorin. Die meisten Mädchen haben unser Meeting für Samstag abgesagt, also würde sie nicht mehr so gerne gehen. Das heißt, dass ich jetzt mein Hotel stornieren muss, oder besser Mike und dann einfach nach dem Flug am Freitag nach Hause fahren und ein Wochenende haben werde. Ich habe Mike gleich angerufen und ihn darum gebeten das zu tun. Wir haben dann noch kurz gequatscht, er schien irgendwie erleichtert zu hören, dass ich doch tatsächlich Spaß hier habe, ich erzählte ihm auch von unserem Trip heute und er hat sich total gefreut, dass ich immer noch mein eigenes Bett habe. Sind das nicht einfach tolle Menschen? Eigentlich wollte Mama nicht, dass ich schreibe, dass mir irgendwas hier gefällt, aber ich denke, dass es okay ist, wenn ich einfach dazu sage, dass ich Unrecht hatte letzte Woche und es doch nicht so blöd ist und sie Recht hatte. Hintergrund ist, dass ich sie mit total schlechter Laune vollgenölt habe und immer nur noch mehr genörgelt habe wenn sie versucht hat es besser zu machen. Wie dem auch sei, ich glaube aber dass es eine ganz große Rolle spielt, dass ich mein eigenes Bett habe. Und jetzt bin ich ja auch die mürrische Mürte aus Schweden los - ich weiß nichtmal ihren richtigen Namen, sie hat ja nie geredet, sie hat nicht mal hallo gesagt, wenn ich hallo gesagt habe. Fürchterlich!!!

So, soll ich jetzt schlafen gehen? Ich denke die Idee ist nicht schlecht! Gloria telefoniert grad mit ihrer Mutter und ich versuche immer was zu verstehen, aber mein Spanisch war auch schonmal besser.

New York Part 1

Es ist schon wieder reichlich schwer nach so vielen Tagen und so vielen Ereignissen noch zu wissen wo man anfangen soll! Aber ich versuche mal noch alles zusammenzubekommen und euch vom ersten Teil meines Trips nach Long Island, New York zu erzählen.

Am Sonntagmorgen ging alles los. Mein Koffer war gepackt und als Letztes wanderte mein Laptop in meine große Notebooktasche. Wie schon erwähnt wollte ich ja früher losfahren als Mike sagte, aber im Endeffekt war es auch nicht wirklich so früh wie geplant. Ich drückte dann etwas mehr aufs Gas, da ich es nicht grad gut leiden kann zu spät zu kommen, erstrecht nicht wenn es nicht nur darum geht eine Person zu versetzen, sondern eventuell ein Flugzeug zu verpassen und dann blöd aus der Wäsche zu gucken.

Ich kam rechtzeitig am Flughafen an, parkte mein Auto an dem mir vorgegebenen Platz und wurde dann ganz easy von einem Shuttle genau dort abgeholt und zum Flughafen gebracht. Dort verlief dann alles reibungslos und auch der Flug hatte nur wenige Minuten Verspätung. Ich landete aber pünktlich um 14:00 in New York.

Meinen Plan mit einem Taxi zu fahren wollte ich nun in die Tat umsetzen und begab mich direkten Weges nach draußen zum Taxistand. Aber nur zum echten „Yellow Cab“! Vorher habe ich ganz fein säuberlich die Adresse aufgeschrieben wo ich hin möchte und, da Mike mich schon warnte, dass die meisten Taxifahrer eh kein Englisch sprechen, ihm die auch gleich ohne lang zu quasseln in die Hand gedrückt. Er hat eine halbe Ewigkeit in einer Karte rumgesucht, aber das sollte ja helfen, erstrecht wenn man Straße, Hausnummer, Ort und Postleitzahl hat – oder? Nach ca 15 Minuten fuhr er los. Ich hatte zunächst keine Bedenken, ich sah auch ein Schild das „Long Island“ draufstehen hatte, aber nach ca. 30 Minuten Fahrt, 27,90$ auf dem Taxameter und einer Umgebung, in der auf nahezu jedem Ladenschild „Queens“ stand, war ich mir immer sicherer, dass wir falsch sein müssen. Ich stoppte ihn und versuchte es ihm zu erklären. Aber er wollte nicht auf mich hören. „Wir sind in der richtigen Straße – Guckst du Straßenschild: Northern Boulevard!“ … „Ja, das mag ja sein, aber das ist der falsche!!!“ … „Nein, es gibt nur den Einen, wir sind hier richtig wir müssen nur noch die richtige Nummer finden!“…“Nein, das ist vielleicht der einzige Northern Boulevard in Queens, aber ich wollte nicht nach Queens, ich wollte nach East Norwich-Long Island!!!“ Ich habe dann letztendlich mein Navi rausgeholt, die Adresse eingetippt und es ihm unter die Nase gehalten. Wer ein Navi hat weiß, dass es immer einen Pfeil anzeigt, der zeigt wo man ist und einen weiteren, wo man lang muss. „Ja, siehst du wir sind doch richtig!“…“Nein, das sagt uns doch nur wo wir langfahren müssen und es sagt, dass wir noch 35Meilen vom Ziel entfernt sind, also können wir hier gar nicht richtig sein, wir sind in Queens und ICH WILL NACH LONG ISLAND!!!“…“Also hast du mir falsche Adresse gegeben???“…“Nein, ich hab dir die richtige Adresse gegeben, das East Norwich, New York, nicht Queens!!!“….“Aber ich habe geguckt, East Norwich gibt’s nicht!“…“Und dann bringst du mich nach Queens statt vielleicht nochmal nachzufragen???“…“Du hast mir falsche Adresse gegeben!“ Naja, als ich ihn dann endlich so weit hatte einzusehen, dass wir völlig falsch sind hat er wieder „Freund“ angerufen und nach einer Wegbeschreibung gefragt. Er hatte dann ein kleines Buch, in dem stand wie viel man vom Flughafen bis zu dem Stadtteil, in den ich wollte, zahlen muss und den Preis nachten wir dann als eine Art Flat Rate aus. Die Sache mit den 30$ vom Flughafen nach Queens war für mich dann gegessen.

Wir fuhren dann nach einer halben Stunde Diskussionen noch eine ganze Weile. Dann sah ich ein Schild, das besagte wenn man zum C.W. Post Campus der Long Island University will nun die Ausfahrt nehmen sollte. Ich schritt wieder ein und fragte ob er sich sicher ist noch zu wissen wo wir hin müssen, aber er war sich ganz sicher „Mein Freund hat mir Beschreibung gegeben!“ Ich traute mich schon nicht mehr mein Navi wieder auszupacken, aber nach einer Weile tat ich es dann doch, denn aus meinen Plänen Erste zu sein wurde nun schon gar nichts mehr, denn mittlerweile war es 16:30. Ich schaltete es also an, die Adresse war ja noch drin – und Gott sei Dank wir waren auf dem richtigen Weg. Okay, 800 Meter bevor wir abfahren mussten, setzte er noch einmal zu einem Überholmanöver an, aber wir bekamen die Ausfahrt. Dann standen wir dort an der Ampel, in der linken Spur und ich habe gar nicht drüber nachgedacht, dass er möglicherweise nicht links abbiegen könnte, aber natürlich tat er es nicht. Wir fuhren also geradeaus und ich wartete ab ob er vielleicht die nächste links nimmt oder so, denn ihr wisst ja, Freund hat Beschreibung gegeben! Aber auch die nächsten drei Ampeln bog er nicht links ab und ich wagte es mich nochmal als Frau Schlau Schlau aufzutun und ihm die Story vom Navi unter die Nase zu reiben. „Ah, hast du so GPS oder was“ „Ja!“ „Und sind wir richtig?“ „Nein!“ – Das Ende vom Lied war, dass ich mit meinem TomTom auf der Rückbank saß und dem Volldeppen Anweisungen gegeben habe wo er langfahren soll.

Letztendlich bin ich dann an der Uni angekommen und wollte einfach nur noch aus diesem scheiß Taxi raus und von diesem nichtsnutzigen Vollidioten befreit werden auch wenn ich dafür mit meinem Koffer über den ganzen Campus spazieren muss. Aber dann hatte man doch noch ein Einsehen mit mir und dort stand eine sehr nette Frau, die hier auf dem Campus zum „Public Safety“ Trupp gehört. Sie nahm mich gleich unter ihre Fittiche und fragte ob ich denn wisse wo ich hin muss. Ich hatte natürlich keinen Schimmer. Dann sagte sie, dass gleich ein Kollege von ihr kommt, der ihr mit ihrem Auto hilft, das grad kaputt gegangen sei und der mich dann mitnehmen könnte. Und dann kam da auch einer. Er gab ihr schnell Starthilfe und dann sollte ich mit ihm mit und bei ihm einsteigen. Ich sagte ihm wo ich hin müsse und er fuhr dort hin, obwohl er Bedenken hatte, dass dort jemand sein würde. Als wir dort ankamen stieg er für mich aus und sah nach ob die Tür offen ist, aber sie war nicht offen. Er fragte ob ich sicher sei und somit zeigte ich ihm meinen Brief auf dem das genau so draufstand. Naja, er hat schon mal von den Au Pairs gehört und wusste wo wir untergebracht sind, also brachte er mich dorthin. Aber auch dort gab es keine Chance. Er telefonierte also ein wenig rum und schon saßen wir wieder im Auto auf dem Weg zu einem neuen Gebäude. Er war super witzig und wir haben uns voll nett unterhalten. Ich habe ein wenig die Ernsthaftigkeit seines Jobs dort unter Frage gestellt, aber das nahm er mir nicht übel. Und dann erzählte er mir, dass er unbedingt mal zum Oktoberfest will. Unwissend wie gut es dort nun wirklich ist, sagte ich, dass er das unbedingt tun sollte. Dann machte ich, zu meiner eigenen Überraschung ein Foto von ihm, denn das war ja nach dieser verdammten Taxifahrt endlich mal ein nettes Erlebnis.

Es war dann 16:50 als ich ins Gebäude stürzte um mich zu registrieren. Man sagte mir dann, dass ich um 17:00 schon da sein muss, aber ich ja eventuell meine Sachen aufs Zimmer bringen muss. Ich ließ mir eine Wegbeschreibung geben und machte mich auf den Weg. Nach ca. 20 Metern wurde mir klar, dass das nicht um die Ecke ist und es war schweineheiß und ich hatte den Koffer und meine große Notebooktasche und ich wünschte mir sehnlich, dass der nette junge Mann von eben noch einmal vorbeifährt um mich wieder durch die Gegend zu chauffieren. Aber er kam natürlich nicht und so hetzte ich den ganzen Weg, schleppte meine Klamotten schnell die Treppe rauf, schmiss sie ins Zimmer, machte mich kurz frisch und lief schnellen Fußes wieder zurück um nicht zu spät zu kommen. Zu spät zu kommen zu was eigentlich? Zum Dinner! Na toll, also das hätte man mir sagen müssen, denn dann hätte ich mich garantiert nicht so beeilt! Der Unterricht ging dann erst um 18:00 los. Wir begannen mit ein paar Spielchen zum “Auftauen“ und schauten danach noch einen Film, der zur Weihnachtszeit spielte und somit war das Thema Weihnachten auch schon abgehandelt. Beim Dinner setzte ich mich einfach an einen Tisch, an dem schon welche saßen. Eigentlich wäre es mehr meine Art gewesen mich an einen leeren Tisch zu setzen, aber ich wollt nicht wie ein Eigenbrödler in die Sache reingehen. So lernte ich dann auch Oksana kennen, mit der ich mich ganz gut verstand. Sie wollte unbedingt noch was machen an dem Abend, aber es war nicht viel möglich, da das Gelände der Uni um 23:00 geschlossen wird und wir dann nicht mehr reingekommen wären. Also setzten wir uns nur vor unseren Dorm und quatschten da eine ganze Weile bis es anfing zu regnen. Wir gingen in mein Zimmer, da meine Mitbewohnerin (Schwedin) noch irgendwo bei anderen war und eine DVD geguckt hat. Gegen Mitternacht kam sie dann wieder und Oksana hat eigentlich mehr aus Höflichkeit als ernst gemeint gesagt, dass sie sie rausschmeißen soll, wenn sie schlafen gehen mag. Die Antwort war „Ja, es ist ja jetzt schon 12, also solltest du wirklich gehen!“ Na super, der Abend endetet abrupt, aber der Montag war ja auch der lange Tag, an dem wir von 9-9 Unterricht hatten.

Auch der Dienstag war zwar ein langer Tag, aber der Unterricht ist, muss ich sagen gut eingeteilt. Es waren immer kleine Häppchen aus spröden Unterrichtsstoff, dann etwas basteln, dann ein Film, dann ein paar Fragen beantworten, dann ein Quiz. Also es war nicht so gemacht, dass es einem endlos und langweilig erschien.

Gut beim Basteln kam ich mir schon wie in der Sonderschule vor, aber was soll’s, es hat aufgelockert und man konnte quatschen und musste nicht zuhören wenn man nicht wollte ;-) Das Erste, was wir gebastelt haben war eine Puppe aus Maisblättern, später am Nachmittag kam dann eine amerikanische Flagge aus Perlen.

Die Mahlzeiten wurden auch ganz aufs Thema „Amerikanische Feiertage“ ausgerichtet, was ich irgendwie nett gemacht fand. Zum Lunch gab es ein BBQ, wie es die Amis am 4.Juli, also Independence Day essen und abends gab es ein riiiiesen großes Thanksgivingdinner mit nem großen Truthahn, Kürbiskuchen, Apfelkuchen, Kartoffelbrei, Broccoli, Süßkartoffeln und so weiter. Es war geschmacklich nicht der Renner, aber allein von der Geste her find ich es nett, dass sie das Essen an das Thema des Kurses anpassen. Am Abend haben wir dann wieder einen Film geguckt, natürlich auch passend zum Thema, obwohl ich mittlerweile den passenden Feiertag schon wieder vergessen habe ;-)

Oksana und ich haben uns dann wieder draußen hingesetzt. Es war angenehm, da es noch bis spät in die Nacht warm war und diesmal auch nicht geregnet hat.

Da die meisten nur für einen Kurs gekommen sind und somit heute wieder abreisten, musste wir alle aus den Zimmer raus und unser Gepäck wieder rüberbringen. Für mich und die anderen zwei Mädels, die noch bis Freitag bleiben, gab es da auch keine Ausnahme, denn wir haben ein neues Zimmer bekommen. Alle drei zusammen! Und wir mussten die Zimmer morgens schon komplett leergeräumt verlassen, damit sie sie sauber machen können.

Heute Morgen ging es dann wieder sehr nett los. Wir waren 22 Mädchen in der gesamten Gruppe und in der zweiten Etage haben sie für uns 90 Ostereier versteckt, die wir nun suchen durften. Ich brauche sicher nicht erwähnen, dass manche daraus die Challenge ihres Lebens machen und nur so durch die Gänge getobt sind um Eier zu finden. Nach 30 Sekunden waren wir daher auch schon wieder fertig mit der Geschichte und gingen wieder hoch. Die dusselige Kuh, die bei mir im Zimmer war, hatte 6 Eier und musste das natürlich auch jeden wissen lassen UND dann musste sie unseren Lehrern auch unter die Nase reiben, dass sie sie anderen abgegeben hat, die keine oder nur wenige gefunden haben. Wasn los? Hier gibt’s keine 1 mit Sternchen. Die Sache ist abgehakt wenn man da war und alle Hausaufgaben macht, aber Eier verschenken und, Mitarbeit und die meisten Eier finden – völlig wurscht!!!

Mir fiel dann plötzlich ein, dass ich meinen Ordner mit meinen Hausaufgaben, die ich vorher machen musste, wohl im Zimmer vergessen haben muss und wenn ich sie nicht rechtzeitig finde, sie vom Putzpersonal weggeschmissen werden könnten. Es war schon vormittags brütend heiß, aber ich machte mich dann noch einmal auf den Weg zurück zum Dorm um, hoffentlich, meinen Ordner zu finden. Glücklicherweise fand ich ihn auch und konnte somit meine Hausaufgaben auch abgeben.

Zum Mittag gab es heute jüdisches Essen. Ehrlich gesagt klingt das schlimmer als es ist, denn es war deutschem Essen sehr ähnlich. Es war eigentlich das beste Fleisch, das ich gegessen habe, seit ich hier bin! Son bissel wie Sauerbraten oder so. Und dazu gab es grüne Bohne!

Dann ging es in den Endspurt. Nur noch zwei Stunden bis Kursende! Eigentlich schade, da es mit Oksana ganz nett war und wer weiß was da morgen wieder für Trullas kommen. Sie wurde von ihren Gasteltern aber erst um 18:00 abgeholt, also saßen wir so lange noch in der Lobby, fingen unsere Hausaufgaben schon an und quatschten. Dann begleitet sie mich mit meinem Gepäck nochmal zurück zum Dorm, wo ich dann feststellen musste, dass es ein Zimmer mit zwei normalen und einem Hochbett ist und die anderen Zwei schon vor mir da waren. Da habe ich also das große Los gezogen oben schlafen zu dürfen – PRIMA!

Ich begleitete sie dann wieder zurück zur Lobby um dort gleich nochmal rauszufinden ob ich irgendwie doch ans Internet rankomme. Mir wurde dann erklärt wie ich das machen muss. Ich muss meinen Laptop in der IT-Stelle, die ihren Sitz in der Bücherei hat registrieren lassen und dann kann ich kabellos ins Internet. Die IT-Stelle hatte heute schon zu, aber da ich ja morgen den ganzen Tag hier rumgammeln muss, werde ich das wohl in Angriff nehmen, denn sonst veröde ich hier noch!

Jetzt ist es 20:10 und ich sitze mit meinem Lappi vor unserem Dorm und tippsel das hier ganz fleißig in Word, damit ich euch wenn ich irgendwann wieder Internet habe eine tolle Geschichte liefern kann ;-) Sorry dass es so lang geworden ist, ich werde jetzt auch bald reingehen, duschen, Haare waschen und mich ins Bett packen. Wenn man schläft vergeht die Zeit schneller!!!

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